So überstehst du Weihnachten

So überstehst du Weihnachten: Survival- Guide für Familienfeste

 

Wer kennt es nicht: Der immense Stress, der einen jedes Jahr zu Weihnachten begleitet. Wie überstehe ich das große Familienessen? Wie kann ich unangemessenen Fragen am besten ausweichen? Couchie Andie hat ihre besten Tipps und Tricks für euch zusammengefasst.



 

Es ist wieder so weit. Wie jedes Jahr beginnt im Dezember die „besinnlichste“ Zeit des Jahres – Weihnachten. Seinen Höhepunkt findet die Weihnachtszeit bekanntlich an Heiligabend und den darauffolgenden Weihnachtsfeiertagen. Jede:r der:die Weihnachten feiert weiß, was für ein Stress diese eigentlich ruhige Zeit sein kann. Man hetzt von A nach B. Von einem Festessen zum nächsten und möchte sich dann zwischen den Jahren am liebsten gar nicht mehr bewegen, weil man innerhalb von drei Tagen so viel Nahrung zu sich genommen hat, wie das gesamte vergangene Jahr nicht.

Doch das viele Essen und das Hin-und-Her Gehetze ist nicht mal die Königsdisziplin an Weihnachten. Man muss ja all diese Feste auch noch einigermaßen unbeschadet überstehen. Und da gerade zur Weihnachtszeit, wo doch endlich mal die gesamte Familie zusammen gekommen ist, der Druck einen wirklich perfekten Tag miteinander zu verbringen, unaussprechlich hoch ist, habe ich diesen Survival Guide zusammengestellt. So überstehst du hoffentlich auch die unangenehmste Weihnachtsfeier bei der Familie.

 

Punkt 1: Wie lehnt man die letzten zwei Klöße der Oma ab, ohne ihre Gefühle zu verletzen?

Fangen wir mit etwas Leichtem an. Wir alle wissen, wenn wir zum Familienessen eingeladen werden, dann werden wir den gesamten Tag auch nichts anderes mehr tun außer zu essen. Beginnend mit der Vorspeise, folgt darauf der Hauptgang. Meistens bestehend aus Braten und verschiedenen Beilagen. Doch was tun, wenn die Oma uns einfach nicht glauben möchte, dass wir wirklich bis zum Anschlag vollgefuttert und satt sind?

Ganz einfach: Sag „Nein, danke liebe Oma“. Und Wenn Oma das nicht versteht, dann ist Aushalten die Devise. Möglicherweise könntest du die Klöße annehmen und dich dann über das Weihnachtsessen übergeben, aber das ist dann vermutlich auch nicht gern gesehen. Also könntest du den Kloß auch genauso gut ablehnen, Omas traurige Schnute aushalten und sich allgemein einfach wohler fühlen, weil du dich nicht übergessen hast.

 

Punkt 2: Vegan zur Familienfeier, auf der Gans serviert wird?

Auch das ist ein Dauerbrenner auf Weihnachtsfeiern. Der obligatorische tierische Braten. Sei es Gans, Ente, Pute, Rind, Schwein oder Fisch. An Weihnachten gehört in vielen Familien etwas Deftiges und Dekadentes auf den Tisch. Als Person, die sich vegan oder vegetarisch ernährt, wird es hier schnell mal kompliziert, wenn man auf eine Familienfeier eingeladen ist, auf der die Mehrheit Anwesenden einfach über das Jahr gehofft hat, man würde doch noch „zur Vernunft kommen“ und sich wieder omnivor ernähren.

Hier ist die Lösung eigentlich auch relativ simpel: Bring dir deinen eigenen Braten oder Kuchen mit! Beilagen sind häufig eh vegan oder vegetarisch. Somit reicht ein Veggie Braten aus, den du unter die Leute bringst. Gut getarnt als Mitbringsel, das man eh noch zuhause hatte, sorgt es für die eigene Verpflegung und kann bestehende Vorurteile gegenüber veganen oder vegetarischen Essen brechen.

 

Punkt 3: Was tun, wenn der Onkel zum Corona-Leugner mutiert ist? Und Oma und Opa plötzlich Rassistin?

Man kennt sie: die Verwandten, die wir alle das gesamte Jahr über erfolgreich zu vermeiden versuchen und denen wir uns dann doch zur Familienfeier stellen müssen. Sei es der Onkel, der einen Haufen sexistischer „Witze“ raushaut, über die eh niemand lachen kann. Oder Oma und Opa, die plötzlich komplett rassistischen Müll von sich geben. Und was scheinbar seit vergangenem Jahr der letzte Schrei zu sein scheint: Schwurbelei über die Corona-Pandemie! Von unangemessenen und übergriffigen Kommentaren bezüglich des eigenen Beziehungsstatus, der eigenen Sexualität oder der Frage, wann man denn endlich mal Kinder bekommt, ganz zu schweigen.

Diese Themen bieten immer ein extrem explosives Potenzial. Und zwar das Potenzial die gesamte Feier innerhalb von wenigen Minuten in ein ultimatives Desaster zu verwandeln. Wie also mit diesen Themen umgehen? Beziehungsweise wie geht man politischen Themen am besten aus dem Weg?

Politischen Themen wird man nie so ganz aus dem Weg gehen können. Und komplett still dasitzen möchte man ja auch ungern. Schließlich ist Rassismus etc. keine Meinung und genauso, wie sich alle anderen wohlfühlen möchten, ist dies einem selbst auch ein Anliegen. Ich habe daher eine Methode für mich entwickelt, mit der ich die Themen nicht unkommentiert lasse, aber auch nicht sofort den Haussegen auf den Kopf stelle. Ich verteile nämlich an jedes Familienmitglied drei Strikes.

Vergib für jede unangemessene Bemerkung einen. Solange noch nicht alle Strikes aufgebraucht sind, weise die Person freundlich darauf hin, dass der Spruch unangemessen war und beginne deine Grundsatzdiskussion erst, wenn der letzte Strike genutzt wurde. Menschenverachtendes und respektloses Verhalten hat nämlich am Weihnachtstisch erst recht nichts verloren und sollte niemals unkommentiert gelassen werden.

 

Punkt 4: Wie reagieren auf unpassende/nicht gefallende Geschenke?

„Nem’ geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.“ ist ein altes Sprichwort, welches ich an Weihnachten gerne sehr ernst nehme. Natürlich gab es auch schon Geschenke, die mir nicht so gefallen haben, aber in der Regel gehe ich davon aus, dass sich die schenkende Person Gedanken gemacht hat und das Geschenk mit besten Willen ausgesucht. Daher lautet meine Devise zu nicht-gefallenden Geschenken an Weihnachten. Lächeln und Danke sagen. Falls es wirklich komplett daneben ist, kann man das der Person noch freundlich mitgeben – falls es noch weitere Gelegenheiten für Geschenke geben sollte. Aber mal grundsätzlich: Geht es an Weihnachten denn wirklich nur um Geschenke? Vielleicht versuchst du es dieses Jahr die Schenkerei einfach nicht allzu ernst zu nehmen und dann fällt es dir bestimmt auch einfach, ein nicht so tolles Geschenk schnell zu vergessen.

 

Fazit:

Die Weihnachtszeit ist für uns alle relativ stressig und allein diese Liste liest sich wie noch zusätzlicher Stress, den man nicht gebrauchen kann. Daher ist mein bester Tipp einfach: Legt den Wunsch ab, dass alles perfekt sein muss. Dann lehnt ihr eben Omas Kloß ab oder teilt offenkundig mit, dass ihr in den kommenden 30 Jahren wahrscheinlich kein Kind mit nach Hause bringen möchtet. Was solls? Ja, vielleicht nervt das einige eurer Verwandten, aber am Ende des Tages ist niemanden geholfen, wenn sich alle Beteiligten unter dem Deckmantel der Perfektion halb zu Tode stressen. Weihnachten ist für viele von uns fast die einzig wirklich ruhige und entschleunigte Zeit des Jahres. Und was gibt es denn bitte Entspannenderes, als zu wissen, dass man sich selbst in einer schwierigen Situation treu geblieben ist.

 


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Autor:

couchFM Mitglied Andie Jahnke

Andie